Ergebnisse zur „Haltung von Legehennen mit ungekürzter Schnabelspitze“

Seit 01.01.2017 werden in den Legehennenhaltungen in Deutschland keine schnabelgekürzten Junghennen mehr eingestallt. Als Konsequenz befürchtete die Geflügelwirtschaft vermehrt Schäden durch Federpicken und Kannibalismus in den Legehennenherden. Vom Geflügelwirtschaftsverband Thüringen e. V. wurde deshalb in Zusammenarbeit mit fünf Legehennenhaltern, dem Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) und der Thüringer Tierseuchenkasse ein Projekt initiiert, um diese Umstellung fachlich zu begleiten.

Das im Geflügelgesundheitsdienst der Thüringer Tierseuchenkasse angesiedelte, ELER-geförderte Projekt „Haltung von Legehennen mit ungekürzter Schnabelspitze“ wurde jetzt abgeschlossen. Während der 3-jährigen Projektlaufzeit wurden insgesamt 34 Legehennenherden in 12 Betrieben über die gesamte Legeperiode intensiv betreut. Befunde aus insgesamt 330 Herdenuntersuchungen wurden ausgewertet. Erhoben und einbezogen wurden Haltungsbedingungen, Managementmaßnahmen sowie Leistungsparameter dieser Herden.

Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wurde ein einfaches Kontrollschema entwickelt, das Tierbetreuern mit verhältnismäßig geringem Aufwand die Früherkennung von Federpicken und Kannibalismus ermöglicht. Die Ergebnisse dieser Herdenbonituren können mit Hilfe des MeTiWoLT-SFP-Monitors , einem xls-Tool, in das alle Boniturergebnisse der Projektherden eingepflegt wurden, dem Alter und dem Farbschlag der Hennen entsprechend bewertet und im Verlauf kontrolliert werden.

Zusätzlich wurden mögliche Einflussfaktoren für das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus anhand der Projektdaten und Erfahrungen ermittelt und in einer Checkliste zusammengestellt. Die Überprüfung der dort genannten 34 Einflussfaktoren ermöglicht zielgerichtete Maßnahmen zur Senkung des betriebsspezifischen Risikos für das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus.

Details zur Projektarbeit und den Ergebnissen finden Sie im Abschlussbericht .

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und sind überzeugt, dass die Umsetzung dieser Ergebnisse einen wichtigen Beitrag zur tiergerechten und wirtschaftlichen Legehennenhaltung in Thüringen leisten kann.