ELER-Projekt - "MeTiWoLT III"

Mehr Tierwohl für Legehennen in Thüringen: Entwicklung eines Verfahrens zur Prävention von Piling in Thüringer Legehennen-Herden


Für das Vorhaben 'Entwicklung eines Verfahrens zur Prävention von Piling in Thüringer Legehennen-Herden' erhält die Kooperation 'Mehr Tierwohl für Legehennen in Thüringen (MeTiWoLT III)' eine Projektförderung (Thüringer Programm zur Förderung der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE), Teil A – Tätigkeit von operationellen Gruppen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) 'Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit'). Die Kooperation besteht aus fünf Thüringer Legehennenbetrieben, dem Geflügelwirtschaftsverband Thüringen, dem Center for Proper Housing: Poultry and Rabbits (ZTHZ) der Universität Bern und der Thüringer Tierseuchenkasse, die die Kooperation nach außen vertritt.

Hier investieren Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.


Ziel dieses Projektes ist die Förderung des Tierwohls in Legehennen-Herden durch die Prävention von Erdrückungsverlusten nach Piling-Ereignissen.


Hintergrund

Als Piling wird ein Gruppenverhalten bei Legehennen bezeichnet, das charakterisiert ist durch Übereinanderlaufen und Bilden von Stapeln, Haufen oder Massen von Hennen. Innerhalb dieser Haufen kann es zum Tod von Tieren durch Ersticken kommen. Dieses Verhalten wird bei Legehennen häufig beobachtet und kann in allen alternativen Haltungsformen auftreten. Als Ursachen werden herdendynamische Prozesse vermutet, bei denen Hennen von bestehenden Ansammlungen angelockt werden und sich der Massenbewegung anschließen. Hinzu kommen Umweltfaktoren, wie Lichteinfall und Raumklima. Auch das Vorhandensein von Bodeneiern wird als auslösender Reiz zur initialen Ansammlung diskutiert. Im Rahmen des Projektes soll ein Verfahren etabliert werden, um Piling-Ereignissen entgegenzuwirken.


Geplantes Vorgehen

In den teilnehmenden Betrieben werden insgesamt 10 Legehennen-Herden in Freiland- oder Bodenhaltung mittels kameragestützter Videoüberwachung hinsichtlich ihres Verhaltens analysiert. Eine gezielte Intervention durch automatisiert zufallsbasiertes Anbieten von attraktivem Ergänzungsfutter in Form getrockneter Soldatenfliegenlarven (H. illucens) soll die Hennen beschäftigen, sodass Piling-Ereignissen vorgebeugt werden kann. Zur Überprüfung dieses Verfahrens werden zudem Zeiträume mit betriebsindividuellen Maßnahmen und Zeiträume ohne jegliche Intervention analysiert. Basierend auf den Daten der Videoaufzeichnung und Auswertung wichtiger Produktionsparameter soll ein Verfahren abgeleitet werden, dass unter Praxisbedingungen effektiv Erdrückungsverluste durch Piling verhindern kann.


Projektzeitraum

Oktober 2026 bis September 2029


Projektpartner


 

Finanzierung

Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) - Thüringer Programm zur Förderung der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE), Teil A – Tätigkeit von operationellen Gruppen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ 


Mitarbeiter

Julia Marggraff

Dr. Christine Ahlers